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10 Dinge, die man über Hirntumoren wissen sollte

News   •   Mai 16, 2018 14:38 CEST

Hirntumoren gehören zu den Krebserkrankungen des zentralen Nervensystems. Daran erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 7.000 Menschen neu. Prominente Beispiele sind der SkirennläuferToni Sailer, die TV-Journalistin Maria von Welser sowie der Modeschöpfer Yves Saint Laurent. Wir haben für Sie zehn wichtige Fakten zu dieser Krebserkrankung zusammengestellt.

1. Hirntumoren sind selten, können aber gefährlich sein

Tumoren des zentralen Nervensystems machen insgesamt nur ungefähr 2% aller Krebserkrankungen aus. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Im Jahr 2014 erkrankten in Deutschland circa 3.160 Frauen und 3.900 Männer an einer Tumorerkrankung des zentralen Nervensystems.

2. Hirntumoren können in jedem Lebensalter auftreten

Am häufigsten sind Menschen zwischen dem 45. und dem 85. Lebensjahr betroffen. Ein zweiter, wesentlich kleinerer Häufigkeitsgipfel findet sich bei Kindern. Bei den verschiedenen Krebserkrankungen im Kindesalter stehen die Tumoren des Gehirns nach dem Blutkrebs an zweiter Stelle der Häufigkeitsstatistik.

3. Hirntumoren sind anders als andere Tumoren

Eine Gewebswucherung, die sich im Ursprung aus dem Gewebe innerhalb des Schädels entwickelt und das Gehirn in seiner Funktion beeinträchtigt, nennt man Hirntumor. Diese und andere Tumoren des zentralen Nervensystems unterscheiden sich von den übrigen Tumoren durch ihre geschützte Lage innerhalb des Schädels bzw. des Rückenmarkkanals, die eine stabile Hülle bilden. Ein wachsender Tumor bekommt so nur wenig Raum und drückt auf die Nerven. Dies ist eine wesentliche Ursache der Symptome und Ausfallerscheinungen.

4. Hirntumor ist nicht gleich Hirntumor

Es gibt sowohl gutartige als auch bösartige Hirntumor-Formen. Gutartige Tumoren wachsen in der Regel langsam und schädigen das umgebende Gewebe zunächst nicht direkt. Symptome entstehen hier hauptsächlich durch den Druck auf das Gewebe. Bösartige Tumoren wachsen hingegen meist schnell und können in gesundes Gewebe eindringen. Das nennt der Experte dann „infiltrierendes Wachstum“.

5. Hirntumoren verursachen mehr als nur Kopfschmerzen

Eines der häufigsten Symptome sind neu auftretende Kopfschmerzen, insbesondere nachts und in den frühen Morgenstunden. Weitere Symptome können sein: Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen, Sprachverlust, Krampfanfälle, Lähmungserscheinungen, Schmerzen sowie eine Persönlichkeitsveränderung.

6. Hirnmetastasen sind nicht gleich Hirntumoren

Hirnmetastasen stammen von einer Krebserkrankung, die sich an einer anderen Stelle des Körpers befindet, dem sogenannten Primärtumor, z.B. Brust- oder Lungenkrebs. Die Metastasen entstehen aus Tumorzellen, die sich vom Primärtumor ablösen und über die Blutbahn ins Gehirn geschwemmt werden. Da Hirnmetastasen aus anderen Tumorarten stammen und daher andere Eigenschaften als primäre Hirntumoren aufweisen, werden sie auch anders als diese behandelt.

7. Metastasen sind selten

Eine weitere Besonderheit von hirneigenen Tumoren liegt darin, dass sie so gut wie nie zu Metastasen in anderen Organen führen. Selbst sehr bösartige Tumoren wie das Glioblastom bleiben meist auf das Gehirn beschränkt.

8. Krankheit ohne bisher bekannte Ursache

Bisher ist weitgehend unbekannt, was einen Hirntumor auslöst. Für die häufigsten Risikofaktoren und Lebensgewohnheiten, die das Risiko anderer Krebserkrankungen erhöhen, wie z.B. Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum, ist bei Hirntumoren bislang kein Zusammenhang gezeigt. Eine Ausnahme bilden strahlungsindizierte Gliome, bei denen ein Zusammenhang mit einer Strahlentherapie im Kindesalter bekannt ist. Eine erbliche Veranlagung liegt bei Erwachsenen mit Hirntumoren nur sehr selten vor.

9. Glioblastome sind aggressiv und besonders bösartig

Die Mehrzahl (53 bis 73%) der Hirntumoren sind gutartig. Unter den bösartigen Hirntumoren gilt das Glioblastom als häufigste und aggressivste Form. Es entwickelt sich vor allem im Großhirn. In Deutschland wird in etwa 2 von 3 Fällen bösartiger Tumoren ein Glioblastom diagnostiziert.

10. Derzeit drei Therapiesäulen beim Glioblastom

Abhängig von der jeweiligen Diagnose basiert die Standardbehandlung beim Glioblastom hauptsächlich auf drei Therapieformen. Generell kann es operiert, bestrahlt oder mit Chemotherapie behandelt werden.Eine Besonderheit für medikamentöse Therapien wie die Chemotherapie ist, dass das Gehirn nur schwer erreicht werden kann. Durch die sogenannte Blut-Hirn-Schranke wird es vor Gefahrstoffen aus dem Körper geschützt. Daher können gegen Hirntumoren nur Chemotherapien eingesetzt werden, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Alternativen zu den drei Standardtherapieformen werden derzeit in klinischen Studien untersucht.