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6 Dinge, die du über eine Rheumatherapie wissen solltest

News   •   Dez 11, 2019 12:00 CET

#1 Rheuma ist nicht gleich Rheuma

Hinter dem umgangssprachlich häufig benutzten Begriff „Rheuma“ können mehr als 100 verschiedene Krankheiten des Bewegungsapparats stecken. Meistens ist aber die rheumatoide Arthritis (RA) gemeint. Die RA ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke. Der Krankheitsbeginn liegt häufig zwischen 50 und 70 Jahren. Von RA sind in Deutschland circa 550.000 Menschen betroffen. Es erkranken über 2.000 Personen pro Jahr neu.[1]
Medikamentöse Therapien müssen für die verschiedenen rheumatischen Erkrankungen separat untersucht und zugelassen werden, da die krankheitsverursachenden Prozesse im Körper (Pathomechanismen) unterschiedlich sind.


#2 Nicht heilbar, aber…

RA ist eine Krankheit, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Gelenkinnenhaut überaktiv ist und schmerzhafte Entzündungen entstehen, die die angrenzenden Knochen schädigen können. Das Gelenk kann seine Beweglichkeit verlieren. Warum das Immunsystem entgleist, weiß man noch nicht. Die RA ist eine chronische Erkrankung, die häufig auch schubweise verläuft. Die Behandlung ist dauerhaft. Bisher konnte noch keine Therapie entwickelt werden, die die Krankheit heilen kann.
Das Therapieziel für Menschen mit RA heißt deshalb Remission. Remission bedeutet, dass die Entzündung gestoppt wird und damit die Krankheit für den Betroffenen nicht mehr wahrnehmbar ist, die Symptome also verschwunden sind und es nicht zu weiteren Gelenkzerstörungen kommt. Auf einer ganz subjektiven Basis ist die Remission für den Patienten ein wichtiges Ziel, dass sich deutlich auf die Lebensqualität auswirkt. Ärzte haben verschiedene Messmethoden (sogenannte Scores), mit denen Sie den Therapieerfolg auch objektiv bestimmen können.


#3 Je früher desto besser

In den letzten 20 Jahren der Rheumatherapie-Geschichte hat sich viel getan. Neben den neuen und besseren Medikamenten, konnte auch die Zeit zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose verkürzt werden. 1994 vergingen 24 Monate, bis zum ersten Rheumatologenkontakt. Aktuell dauert es noch durchschnittlich ca. 12 Monate. Bei einer weiteren rheumatologischen Erkrankung, dem Morbus Bechterew, dauert es auch heute noch ca. 3 Jahre. Das ist nicht wenig, aber ein guter Fortschritt, wenn man bedenkt, dass es 1994 fast 7 Jahre dauerte.[2]
Zeit ist ein wichtiger Faktor für chronisch-entzündliche Erkrankungen, wie RA oder andere rheumatologische Erkankungen. Zahlreiche Studien können zeigen, dass ein früher Therapiestart die Chance auf Remission deutlich erhöht. Mittlerweile bieten verschiedene rheumatologische Einrichtungen „Früh- und Screeningsprechstunden“ an, um Menschen mit Rheuma möglichst früh in ihrer Erkrankung zu diagnostizieren und behandeln zu können.


#4 Rollstuhl war mal

Rollstuhl und Arbeitsunfähigkeit sind das Schreckgespenst in der Rheumatologie. Bis zur Einführung der Biologika 1999 konnte man den Krankheitsverlauf, also die entzündungsbedingte Zerstörung der Gelenke, kaum aufhalten. Die neue Wirkstoffklasse stellte einen Quantensprung in der Behandlung der RA dar. Die therapeutischen Erfolge, die mit den neuen Substanzen erreicht werden konnten, kann man gut in der Kerndokumentation des Deutschen Rheuma Forschungszentrums (DRFZ) sehen. Hier werden Daten seit 1993 gesammelt. Der Anteil an Patienten in Remission ist von 1994-2016 von circa 13 % auf 39 % gestiegen. Auch die Arbeitsunfähikgeit aufgrund der rheumatischen Erkrankung ist seit Beginn der Aufzeichnungen stark rückläufig, einhergehend mit einem Rückgang der krankheitsbedingten Fehlzeiten.[2]
Heute landen kaum noch Menschen mit Rheuma im Rollstuhl – zumindest nicht wegen ihrer RA. Moderne Medikamente und eine gute Frühversorgung ermöglichen es vielen, ein weitgehend „normales“ Leben zu führen.


#5 Körperliche Aktivität unterstützt die Medikamente

Entzündete und schmerzende Gelenke – da ist an Sport und Bewegung nicht zu denken – so ein weit verbreiteter Irrglaube. Denn mittlerweile belegen viele Studien, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Neben eher offensichtlichen Vorteilen von körperlicher Aktivität, wie bessere Beweglichkeit oder leichtere Gewichtskontrolle, konnte gezeigt werden, dass durch die Muskelaktivität Botenstoffen freigesetzt werden, die die Entzündung hemmen.
AbbVie hat gemeinsam mit Experten aus den Bereichen Rheumatologie, Sportwissenschaft und Psychologie die Initiative für mehr Bewegung in der Rheumatologie gestartet, um körperliche Aktivität als Therapiesäule stärker zu etablieren. Mehr Informationen zu RheuMotion gibt es hier.


#6 Spritze – Pen – Tablette: alles ist möglich!

Die medikamentöse RA-Therapie ist sehr vielfältig, insbesondere, seit die ersten Biologika keinen Patentschutz mehr haben. Aktuell steht eine Palette von über 20 verschiedenen Präparaten (Originalprodukte und Biosimilars) zur Verfügung. Dabei handelt es sich immer um Spritzen bzw. Pens oder Infusionen. Denn Biologika sind große Moleküle, die nur zur intravenösen bzw. subkutanen Verabreichung geeignet sind. Januskinase-Inhibitoren zählen zu den kleinen Molekülen und sind Tabletten. Obwohl mit Biologika ein riesengroßer Fortschritt in der RA-Behandlung gemacht werden konnte, besteht immer noch ein großer Bedarf an neuen Medikamenten. Weniger als 40% der Patienten erreichen eine Remission (siehe #2).[3] Mit den Januskinase(JAK)-Inhibitoren ist wieder ein neues Zeitalter in der RA-Behandlung angebrochen.
Ein breites Spektrum an Wirkmechanismen und Darreichungsformen ist bei einer chronischen Erkrankung wie RA wichtig. Innovationen und Forschung werden solange weiterhin notwendig sein, bis alle Patienten das Therapieziel Remission erreichen oder die Krankheit heilbar ist.

Quellen:

[1]https://dgrh.de/Start/DGRh/Presse/Daten-und-Fakten/Rheuma-in-Zahlen.html
(zuletzt abgerufen 12/2019)

[2]Albrecht, K., Callhoff, J. & Zink, A. Z Rheumatol (2019) 78: 703.

[3]Albrecht, K., Huscher, D., Eidner, T. et al. Z Rheumatol (2017) 76: 50.

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