AbbVie Deutschland folgen

„Bei Market Access bin ich freitags immer ein Stück schlauer als montags“

News   •   Nov 13, 2018 14:32 CET

Eine App, um Geld von A nach B zu überweisen, eine Armbanduhr, die unser Leben optimiert und ein Küchengerät, das Kochtopf, Backofen und Eismaschine in einem ist – Innovationen wie diese erleichtern uns das Leben. Doch Fortschritt bedeutet weit mehr, als den Alltag ein Stück weit bequemer zu machen. Innovative Therapien in Form von neuen Wirkstoffen etwa können zum Lebensretter werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass sie auch für jeden, der sie benötigt, verfügbar sind. Genau dafür sorgt Dr. Florian Engert, Mitarbeiter im Bereich Market Access.

Florian arbeitet in der Abteilung Health Technology Assessment (HTA), auf Deutsch: frühe Nutzenbewertung von Arzneimitteln. Dieses Aufgabenfeld gibt es erst seit 2011, es ist mit Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) entstanden. Das Ziel von Florians Arbeit: Den Zusatznutzen neuer Wirkstoffe von AbbVie aufzuzeigen. Dieser kann beispielsweise eine deutlich bessere Verträglichkeit sein als bei bereits bestehenden Medikamenten für die gleiche Erkrankung. Dazu erstellt das HTA-Team mit Unterstützung von anderen Abteilungen Dossiers. In diesen werden Studienergebnisse und Therapiekosten sowie die berechnete Anzahl der betroffenen Patienten in Deutschland dargestellt. Anhand dieser Daten entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) über den Zusatznutzen des neuen Wirkstoffs. Die Bewertung ist eine wichtige Ausgangsbasis für den Preis des Medikaments, der mit dem GKV-Spitzenverband, der zentralen Interessenvertretung der gesetzlichen Krankenkassen, verhandelt wird.

Wer wie Florian in so einem neuen Bereich arbeitet, wandelt oft auf unbekannten Pfaden. Nicht zu wissen, was der Tag bringt, und freitags immer ein Stück schlauer zu sein als montags – genau das ist für Florian das Spannende, das den Job im Bereich Market Access ausmacht. Uns hat er einen Einblick in seine Arbeit gewährt:

Dossiers erstellen. Wie genau muss man sich das vorstellen?

Florian: Anhand von klinischen Studien arbeiten wir für einen neuen Wirkstoff heraus, wie hoch der Zusatznutzen ist. Dieser kann beispielsweise eine bessere Wirksamkeit, Verträglichkeit oder eine verlängerte Lebenszeit bei einer Krankheit sein, das so genannte Gesamtüberleben. Dazu fließen weitere Kriterien in die Bewertung des Zusatznutzens mit ein, wie etwa Nebenwirkungen und Lebensqualität. Vergleichsbasis ist immer die ‚zweckmäßige Vergleichstherapie‘, die in Deutschland für die jeweilige Erkrankung vom G-BA als Standardtherapie festgelegt ist.

Die Ergebnisse unserer Arbeit halten wir in einem Dossier fest. Dieses Dokument umfasst mehrere hundert Seiten und für die Erstellung benötigen wir etwa ein Jahr. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und der G-BA bewerten dann das Dossier, der G-BA entscheidet final. Manchmal kommt es während der Erstellung des Dossiers auch vor, dass sich Rahmenbedingungen, zum Beispiel der Zulassungszeitpunkt, ändern. Dann muss ich schnell reagieren und es anpassen. Das sind die „kleinen“ Herausforderungen, die der Job mit sich bringt.

Studien auswerten – das klingt ziemlich trocken ...

Florian: Ja, das denkt man erst einmal. Aber mit der Datenauswertung alleine ist es nicht getan. Ein Dossier setzt sich aus vielen Teilen zusammen. So wie ein Chefkoch sich die Zutaten für ein Gericht aussucht, so sammele ich mir aus verschiedenen Fachbereichen die Infos zusammen, die ich für das Dossier benötige. Ich arbeite beispielsweise eng mit Statistikern zusammen, die die Studiendaten aufbereiten. Meine Kollegen mit medizinischem Hintergrund liefern mir Informationen zu Erkrankungen und zur Epidemiologie, also wie viele Menschen in Deutschland von einer Krankheit betroffen sind. Auch mit externen Stellen arbeite ich zusammen, wie mit Agenturen, die das Dossier in Reinform schreiben. Ich nehme zudem Beratungen beim G-BA wahr, etwa dahingehend, welche Vergleichstherapie angemessen ist.

Als Projektmanager im HTA-Team bin ich für die erfolgreiche Planung und Umsetzung des Dossiers mit verantwortlich. Dabei muss ich den Überblick über die Zusammenarbeit mit den Schnittstellen behalten. In etwa so wie ein Chefkoch alle Arbeiten in der Küche so koordiniert, dass am Ende ein perfektes Menü entsteht.

Qualitätsmanagement, Forschung: Das sind klassische Arbeitsbereiche in der Pharmabranche. Warum HTA?

Florian: Pharmaunternehmen stecken viel Arbeit in die Entwicklung neuer Wirkstoffe. Heraus kommen innovative Therapien, die die Lebensqualität vieler Menschen verbessern und je nach Erkrankung sogar zur Heilung führen. Wer also was bewegen möchte, geht in die Forschung – so war lange meine Meinung. Dann bin ich auf die Stellenausschreibung für den Bereich HTA gestoßen. Die Quintessenz: Tolle Medikamente bringen uns nur etwas, wenn sie den Patienten, die sie benötigen, zur Verfügung stehen. Ein Job, mit dem ich den Marktzugang für innovative Medikamente vereinfache, das klang spannend und sinnstiftend zugleich.

Der Bereich ist sehr jung und als ich angefangen habe, wusste ich ehrlich gesagt selbst nicht so genau, worauf ich mich einlasse. Als promovierter Biotechnologe bin ich in ein bunt gemischtes Team gekommen. Ich arbeite mit Volkswirten, Pharmazeuten und Gesundheitsökonomen zusammen. Einige haben, so wie ich, promoviert, andere sind Quereinsteiger. Dadurch liefert jeder unterschiedlichen Input. Das macht das Arbeiten so effizient und spannend. Mittlerweile kann ich sagen: Ich bin Experte auf meinem Gebiet. Und das mit Leib und Seele. Denn was gibt es Schöneres, als mit meiner Arbeit zu ermöglichen, dass Menschen neue Therapien erhalten, die besser sind als die bisherigen?

Wir suchen Menschen, die freitags immer ein Stück schlauer sein wollen. 


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