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Gesundheitskompetenz fördern: Unterstützung findet man auf vielen Ebenen

News   •   Mai 28, 2018 08:00 CEST

Barrierefreie Webseiten und Gütesiegel geben Orientierung im Netz

Ob im Gespräch mit dem Arzt oder bei der Suche nach Informationen zu Erkrankungen im Internet: Je besser die Gesundheitskompetenz ist, desto leichter fällt es, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, sie zu verstehen und sie bestmöglich für das eigene Wohlbefinden zu nutzen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese Kompetenz zu fördern und Patienten mündig zu machen. Doch wie kann das konkret aussehen? Und welche Rolle spielen Patienten dabei?

Welche Faktoren beeinflussen unsere Gesundheitskompetenz?

Mehr als 54 Prozent der Bevölkerung in Deutschland fällt es schwer, im Alltag Entscheidungen zu treffen, die für ihre Gesundheit förderlich sind. Ihre Gesundheitskompetenz ist also eingeschränkt. Das geht aus einer Studie der Universität Bielefeld hervor [1]. Doch diese Kompetenz bekommt niemand bei Geburt in die Wiege gelegt. Viele Faktoren nehmen Einfluss darauf. Zum einen spielen natürlich wir selbst eine große Rolle. Dazu zählt unser Wissen genauso wie die Motivation, uns Informationen zu verschaffen. Doch auch unser soziales und gesellschaftliches Umfeld sowie die individuelle Lebenssituation beeinflussen unsere Gesundheitskompetenz, ebenso wie das immer komplexer werdende Gesundheitssystem und der medizinische Fortschritt.


Wie zeigt sich eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz im Alltag?

Nehmen wir als Beispiel einen Arztbesuch. In einer Praxis geht es oft hektisch zu. Ärzte schweifen dann hin und wieder in die Medizinersprache ab. Sie jonglieren mit Abkürzungen wie CT, EEG oder HWS. Als Patient weiß ich jedoch manchmal nicht, was hinter dem Fachjargon steckt. Wenn ich dann nicht gezielt nachfrage, gehe ich mit offenen Fragen nach Hause. Das Resultat: Ich fühle mich nicht gut behandelt und kann vielleicht schwerer das umsetzen, was der Arzt von mir möchte. Das wiederum kann dazu führen, dass der Behandlungserfolg nicht wie gewünscht ausfällt. Um solche Kommunikationsprobleme zu lösen, muss an zwei Stellschrauben gedreht werden: An der Gesundheitskompetenz des Patienten und der Arztkommunikation.

Ein anderes Beispiel: Die Digitalisierung macht es möglich, sich im Internet zu den unterschiedlichsten Themen zu informieren, so auch über Erkrankungen. Doch woher weiß ich, welche Seite zuverlässige Informationen liefert? Ebenso finden sich viele Menschen auf Internetseiten nicht zurecht: Die Schrift ist klein, die Navigation unübersichtlich. Barrierefreie Webseiten und Gütesiegel können helfen (mehr dazu weiter unten).

Warum wird eine gute Gesundheitskompetenz immer wichtiger?

Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle – so beispielsweise der demografische Wandel. Experten prognostizieren bis zum Jahr 2060 eine Zunahme der Lebenserwartung von sechs bis neun Jahren [2]. Eine gute Gesundheitskompetenz trägt dazu bei, bis ins hohe Alter die Lebensqualität bestmöglich zu erhalten. Gleichzeitig nimmt durch den wachsenden Anteil Älterer aber auch die Zahl jener zu, die gleichzeitig unter mindestens zwei chronischen Krankheiten leiden. Hierzulande trifft das laut Robert Koch-Institut bereits auf 76 Prozent der Frauen und 68 Prozent der Männer zwischen 65 und 74 Jahren zu [3]. „Unsere langjährige Erfahrung bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen zeigt uns, dass die medikamentöse Therapie von chronischen Erkrankungen nur ein Baustein für den Behandlungserfolg ist. Betroffene haben ihre Erkrankung oft besser unter Kontrolle, je genauer sie darüber Bescheid wissen“, sagt AbbVie-Geschäftsführer Dr. Patrick Horber.

Diese Entwicklung hat auch das Bundesgesundheitsministerium erkannt und den Zielgruppen Ältere und chronisch Kranke eigene Kapitel in seinem „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ eingeräumt. Er trat am 18. Februar 2018 in Kraft und enthält 15 konkrete Empfehlungen, die dazu beitragen sollen, zum einen das Gesundheitssystem nutzerfreundlicher zu gestalten und zum anderen die Gesundheitskompetenz des Einzelnen zu fördern.

Neben der Zunahme an Älteren und chronisch Kranken stellen dabei folgende Aspekte eine Herausforderung in puncto Gesundheitskompetenz dar:

  • Der Wandel der Patientenrolle, hin zum aktiven Handeln
  • Die Komplexität des Gesundheitssystems
  • Die wachsende soziale Ungleichheit
  • Ein Migrationshintergrund
  • Die Informationsflut in der digitalen Welt.

Wie kann ich als Patient meine Kompetenzen im Umgang mit Informationen verbessern?

Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, jeden Einzelnen dahingehend zu stärken, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, sie zu verstehen und sie effektiv für das eigene Wohlbefinden zu nutzen. Der Staat und die Politik sind bei dieser Aufgabe ebenso gefragt wie Krankenkassen, Bildungseinrichtungen, die Forschung, die Industrie sowie Pharmaunternehmen – und natürlich jeder Einzelne selbst. Doch gerade die Suche nach zuverlässigen Informationen kann zur Hürde werden. Das Internet ist voll davon – doch welche stimmen? Die folgenden Punkte erleichtern den Umgang und die Einschätzung der Qualität von Informationen auf Websites:

  1. Trägt eine Website Gütesiegel wie den HonCode oder das afgis-Siegel? Dann kann man sicher sein, dass dort vertrauenswürdige und verständlich aufbereitete Informationen zu finden sind.
  2. Vertrauenswürdige Webseiten sind auch jene von öffentlichen Institutionen wie dem Robert Koch-Institut (www.rki.de) oder von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de).
  3. Bei Webseiten ohne Siegel gilt: die Informationen auf verschiedenen Webseiten zu einem Thema vergleichen und Rücksprache mit dem Arzt halten.
  4. Barrierefreie Webseiten helfen bei der Orientierung. Diese lassen sich anhand des Siegels „BIK 90+“ erkennen. Sie erfüllen unter anderem folgende Kriterien:
    - Vorlesbarkeit
    - Variable und deutliche Darstellung mit Möglichkeit der Schriftgrößenänderung
    - Tastaturbedienbarkeit.

Die Förderung der Gesundheitskompetenz ist nicht erst seit Inkrafttreten des Aktionsplans Ziel vieler Akteure. Die Europäische Patientenakademie (EUPATI / https://de.eupati.eu) etwa trägt schon jetzt mit Aus- und Weiterbildung für Patientenvertreter dazu bei, dass Patienten medizinische Forschung besser verstehen lernen. Auch AbbVie hilft Patienten mit nutzerorientierten Informationsangeboten wie AbbVie Care oder dem Parkinson-Magazin Parkour und Initiativen wie Rheumotion oder Nur Mut dabei, die Gesundheitskompetenz zu verbessern.

[1] Schaeffer D., Vogt D., Berens E.-M., Hurrelmann K.: Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland. Ergebnisbericht 2016. Im Internet: www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag6/downloads/Ergebnisbericht_HLS-GER.pdf; abgerufen am 15.11.2017

[2] Statistisches Bundesamt: Bevölkerungsentwicklung bis 2060. Ergebnisse der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Aktualisierte Rechnung auf Basis 2015. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt 2015.

[3] Robert-Koch-Institut: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsGiD/2015/kurzfassung_gesundheit_in_deutschland.pdf?__blob=publicationFile, abgerufen am 15.05.2018