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Wissenschaftliche Kooperationen: Turbo für die Arzneimittelforschung

News   •   Sep 19, 2016 16:08 CEST

Jedes Jahr drohen hunderttausende wissenschaftliche Ansätze, Ideen und potenzielle Arzneimittelkandidaten regelrecht zu „versanden“ – sie werden nicht weiterverfolgt. Wissenschaftler sprechen zum Teil vom „Tal des Todes“ und bezeichnete so den Zeitraum zwischen einer Entdeckung der Grundlagenforschung (z. B. in den Laboren der Hochschulen oder der Pharma-Unternehmen) und der Weiterentwicklung dieser Entdeckung zu einem Medikament. Aus verschiedenen Gründen überwinden viele Arzneimittelkandidaten diese Hürde nicht. Die medizinische Forschung hat ein immenses Potenzial, das Leben von Menschen zu verbessern, aber dazu müssen die besten Ideen in Medikamente überführt und für Patienten verfügbar gemacht werden.

Unverzichtbare Partnerschaften

Selbst unter optimalen Bedingungen dauert die Entwicklung eines neuen Medikaments viele Jahre. Zunächst gilt es, die ersten Entdeckungen einzuordnen, vielversprechende Ideen herauszufiltern und in Tests zu prüfen, welche Ansätze theoretisch zu einem Arzneimittel führen könnten. Es ist schwierig, zu diesem Zeitpunkt eine Erfolgsprognose für die einzelnen Ideen zu erstellen. Universitäten, Politik aber auch die Wirtschaft spielen hierbei eine wichtige Rolle und arbeiten im Rahmen verschiedener Programme und Partnerschaften daran, interessanten Entdeckungen Antrieb zu verleihen.

Die meisten Erkenntnisse der Grundlagenforschung, die an einer bestimmten Erkrankung beteiligte Proteine oder Gene identifizieren, kommen von Wissenschaftlern an Hochschulen oder in Biotech-Unternehmen und den Datenbanken der forschenden Pharma-Unternehmen. Um diese frühen Forschungsergebnisse zu wirksamen Präparaten weiterzuentwickeln, die tatsächlich bei den Patienten ankommen, sind viele Schritte notwendig: Hierzu gehört die Entwicklung einer Substanz – üblicherweise ein chemisches oder biologisches Molekül – die an die entdeckte Zielstruktur bindet. Damit diese Substanz dann ein Arzneimittel wird, das am richtigen Ort seine Wirkung entfaltet und für den Patienten gut anwendbar ist, muss es gelingen, sie in eine feste oder flüssige Form zu bringen, damit sie als Tablette oder Spritze verabreicht werden kann. Diese präklinische Forschung ist ein vielschichtiger und anspruchsvoller Prozess, der vier bis sieben Jahre dauern kann und Fachwissen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen erfordert. Dieser Prozess spielt sich größtenteils in der biopharmazeutischen Industrie ab, da hier das fachübergreifende Know-how und die Ressourcen vorhanden sind. Wenn alle präklinischen Tests erfolgreich waren, kann ein Wirkstoffkandidat erstmals bei Menschen angewendet werden. Damit beginnt der Abschnitt der sogenannten klinischen Prüfungen, der letzte Schritt vor der Zulassung der Medikamente. Lesen Sie hier mehr zur Entstehung eines Arzneimittels.

Silos einreissen

Kooperationen sind für Pharma-Unternehmen und Hochschulen eine Inspiration und Quelle innovativer Ideen. Wissenschaftlern aus Hochschulen und Biotech-Start-Ups ermöglicht sie, dass ihre Ideen weiterentwickelt werden und die Patienten tatsächlich erreichen. Kooperationen müssen fokussiert bleiben, um Erfolg zu haben, meint PD Dr. Alfred Hahn, Forschungsleiter Neurologie bei AbbVie Deutschland. „Breit angelegte Programme, bei denen man einfach eine Vereinbarung schließt und dann erwartet, im Gegenzug mit einer Fülle von Ideen für großartige Medikamente versorgt zu werden, funktionieren selten. Gemeinsame Interessen und der Austausch von Fachwissen sind Voraussetzung dafür, dass Kooperationen gelingen“.

Die eigene Forschung bilde jedoch weiterhin das Herzstück: „Bei Kooperationen sollte man sich auf Bereiche beschränken, in denen man selbst aktiv ist, sonst kann man Potenziale nicht erkennen“, so Hahn. „Was unsere Forschungsgebiete betrifft – Immunologie, Onkologie, Virologie und Neurowissenschaften – haben wir durch unser bestehendes Know-how die Chance auf einen Durchbruch, weil wir wissen, wie man die besten Wirkstoffkandidaten identifiziert und ihre Entwicklung mit Hochdruck voran treibt“, sodass sie Patienten zugutekommen.

Forschungskooperationen von AbbVie Deutschland (Auszug)

Als forschendes BioPharma-Unternehmen betrachtet AbbVie Forschung und Entwicklung als essentiellen Faktor für den notwendigen Fortschritt in der Gesundheitsversorgung. Dazu investieren wir nicht nur in eigene Forschungs- und Entwicklungsprojekte, sondern engagieren uns auch in regionalen und europäischen wissenschaftlichen Initiativen. Als Mitglied in Spitzenclustern fördern wir wissenschaftliche Projekte zwischen Industrie, Start-up-Unternehmen und Hochschulen und tragen zur Stärkung der wissenschaftlichen Bedeutung von Cluster-Regionen (z. B. BioRN-Biotech-Cluster in der Rhein-Neckar-Region) bei.

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