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Das A und O bei Parkinson: rechtzeitig eingreifen

News   •   Jun 09, 2021 09:20 CEST

Chronische Erkrankungen fordern den Betroffenen viel ab und sind stetiger Begleiter. Sie fahren morgens mit ins Büro oder in den langersehnten Urlaub. Und sie können die Partnersuche erschweren oder die Beziehung beeinträchtigen. Noch schwerer ist es, wenn die Symptome im Lauf des Lebens zunehmen. Gerade bei Morbus Parkinson können sie den Alltag von Patient*innen und ihren Angehörigen erheblich beeinflussen. Zwar lassen sich die Symptome mit Tabletten eine Zeit lang unter Kontrolle halten, aber irgendwann reichen diese nicht mehr aus und es ist Zeit für eine Therapieanpassung oder -umstellung. Mit zwei Tools unterstützt AbbVie dabei, diesen Zeitpunkt frühzeitig zu erkennen und so die Lebensqualität von Menschen mit Parkinson bestmöglich zu erhalten. Carolin Arlt, Medical Manager Neuroscience, und Johannes Schura, Patient Engagement Manager Parkinson bei AbbVie, stellen sie vor.


Weltweit leben mehr als 10 Millionen Menschen mit Parkinson. Wie genau macht sich die Erkrankung bemerkbar?

Carolin: Die Symptome sind sehr unspezifisch und können bei jedem Menschen anders sein. Daher vergehen allein bis zur richtigen Diagnose oft mehrere Jahre. Am häufigsten zu nennen sind steife Muskeln, verlangsamte Bewegungen und Muskelzittern. Später kommen zum Beispiel noch Gleichgewichtsstörungen und ein gebeugter Gang hinzu. Auch das Schlucken und Sprechen kann Probleme bereiten.

Johannes: Eine Heilung gibt es leider noch nicht. Aber die Symptome lassen sich mit Tabletten zunächst unter Kontrolle halten. Doch irgendwann reichen sie nicht mehr. Das Tückische ist, dass dieses Fortschreiten sehr schleichend vonstattengeht: Die Patient*innen passen sich über die Jahre immer weiter an. Sie optimieren ihr Umfeld und kompensieren bestimmte Tätigkeiten. Das fängt bei der Wahl der Kleidung an: Sie tragen zum Beispiel Jacken mit Reißverschluss und nicht mehr Mäntel mit Knöpfen. Statt auswärts essen zu gehen, kaufen sie sich eher für daheim spezielles Besteck. Da die Beweglichkeit unvorhersehbar wird, meiden sie lieber den Straßenverkehr. So schränken sie aber auch ihre sozialen Kontakte weiter ein. Oft merken sie nicht, wie viel Lebensqualität sie schon verloren haben. Und verpassen den optimalen Zeitpunkt, sich mit anderen Therapieoptionen zu beschäftigen. Genau das ist aber wichtig, um die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Worin unterscheidet sich der fortgeschrittene Parkinson vom Anfangsstadium?

Carolin: In Auftreten, Häufigkeit oder Schweregrad typischer Parkinson-Symptome. In der Wissenschaft hat man sich in einem so genannten Delphi-Panel auf 15 Symptome geeinigt – aufgeteilt in motorische, nicht motorische sowie funktionale Kategorien. Dazu zählen zum Beispiel Wirkschwankungen unter der oralen Therapie, bei denen sich Phasen guter Beweglichkeit mit Phasen schlechter Beweglichkeit abwechseln, oder auch unkontrollierte Überbewegungen. Weitere Beschwerden sind Schluckstörungen, Schlafstörungen, Psychosen oder Demenz. Bei jedem einzelnen Symptom sollte ein Facharzt beurteilen, ob das Stadium erreicht ist, in dem die Behandlung angepasst werden sollte.

Johannes: Dafür braucht der Arzt oder die Ärztin aber auch die Mithilfe der Patient*innen und ihrer Angehörigen.

AbbVie hat nun zwei neue Tools ins Leben gerufen. Worum handelt es sich?

Carolin: Auf Basis des Delphi-Panels haben wir gemeinsam mit externen Spezialisten MANAGE PD entwickelt. Das ist ein digitales Instrument für Ärzt*innen, das sie darin unterstützt, rechtzeitig zu entscheiden, wann eine Therapieanpassung oder -umstellung in Frage kommt. Für das Tool haben wir eng mit der Parkinson’s Foundation, der weltweit größten Patientenvereinigung in dem Bereich zusammengearbeitet. Ziel ist es, mit dem rechtzeitigen Eingreifen die Lebensqualität der Patient*innen bestmöglich zu erhalten. Mit diesem produktneutralen Fokus konnte MANAGE PD die Akzeptanz renommierter Parkinson-Spezialisten erlangen, die ihre Kolleg*innen dann in Webinaren über das Tool geschult haben.

MANAGE PD ist unser allererstes digitales Medizinprodukt – und daher gab es viele Anforderungen – aber wir haben es geschafft und dürfen ein CE-Kennzeichen führen.

Johannes: In Deutschland haben wir uns – auch auf Feedback von Ärzt*innen – außerdem dazu entschieden, das Thema „rechtzeitiges Eingreifen“ auch bei Patient*innen zu adressieren. Wir haben das Portal Parkinson-Check.de ins Leben gerufen, mit dem wir den Patient*innen Mut machen möchten, die eigene Erkrankung aktiv zu managen. Zum Beispiel zeigen wir in verschiedenen Videos, wie sich die Symptome von fortgeschrittenem Parkinson äußern. So können Angehörige und die Betroffenen selbst einordnen, wo in etwa sie im Krankheitsverlauf stehen. Die Symptome so klar vor Augen geführt zu bekommen, kann wachrütteln.

Was erwartet mich noch auf der Seite?

Carolin: Wir bieten auf Parkinson-Check.de außerdem einen kurzen Selbsttest mit fünf einfachen Fragen an, der ausgefüllt und ausgedruckt eine gute Grundlage für das nächste Arztgespräch bildet. Das ist kein Diagnostiktool, aber kombiniert mit MANAGE PD können behandelnde Ärzte besser bewerten, ob Ihre Patienten noch gut therapiert sind.

Johannes: Letztlich unterstützen beide Initiativen, dass Arzt und Patient*in rechtzeitig gemeinsam eine Therapieentscheidung treffen. Und das kommt auf beiden Seiten sehr gut an.

Weitere Infos für Menschen mit Parkinson

Zusätzlich zu Parkinson-Check.de bietet AbbVie auf der Homepage von AbbVie Care und mit dem Parkinson-Magazin PARKOUR Patienten, Angehörigen und Interessierten ein Angebot an Informationen, News und Tipps rund um die Erkrankung. Das Heft gibt es digital und gedruckt. Informationen zu Parkinson erhalten Patienten außerdem bei verschiedenen Selbsthilfeorganisationen.

Ihr wollt mehr erfahren? Im Newsroom könnt ihr auch unsere Beiträge zu MANAGE PD und Parkinson-Check.de lesen.

Lese- und Hörtipp zum Thema Parkinson: Interview mit dem Comedian Markus Maria Profitlich im Parkinson-Magazin Parkour und im Sonntagstalk in HR3.