AbbVie Deutschland folgen

Handeln statt Warten: Durch Vernetzung gemeinsam Hepatitis C besiegen

News   •   Jul 28, 2021 08:23 CEST


Wiesbaden, 28.07.2021. „Hepatitis kann nicht warten!“ – das ist das Motto des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tags, der am 28. Juli stattfindet. Der Tag soll global über die Risiken, aber auch Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten von Hepatitis-Infektionen informieren. Obwohl Hepatitis C bei nahezu allen Menschen schnell und gut verträglich heilbar ist, warten Betroffene häufig zu lange auf Aufklärung, Diagnose und Therapie. Handeln statt Warten, z. B. durch gezielte Aufklärung und Abbau von Versorgungshürden, ist insbesondere für vulnerable Risikogruppen wichtig. Drogengebrauchende, Inhaftierte oder Menschen mit Migrationshintergrund haben oft einen erschwerten Zugang zu innovativen Therapien.

Gesundheitliche Chancenungleichheiten bei Menschen mit Migrationshintergrund

Viele Betroffene ahnen zudem nichts von ihrer Erkrankung – denn Hepatitis C bringt häufig nur sehr unspezifische Symptome mit sich. Die Virusinfektion wird durch Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen und kann unbehandelt zu bleibenden Leberschäden bis hin zum Tod führen. Neben Menschen mit Suchterkrankungen haben auch Menschen mit Migrationshintergrund aus Regionen mit erhöhter Hepatitis-C-Prävalenz ein erhöhtes Risiko für eine Hepatitis-C-Erkrankung.1 „Um hier Aufklärung voranzutreiben und die Versorgungsituation zu verbessern, haben sich AbbVie und das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. zu einer Kooperation zusammengeschlossen“, sagt Julia Stern, Lead Public Health & Policy bei AbbVie Deutschland. „Gemeinsame Ziele sind die zielgruppengerechte Aufklärung wie auch der notwendige Abbau von Hürden in der Versorgung, aufgrund derer Menschen mit Migrationshintergrund oft auf Diagnose und Therapie warten müssen“, führt Julia Stern fort.

Um Hepatitis C zu besiegen, braucht es die Anstrengung von vielen. AbbVie und das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. (EMZ) verbinden ihre jeweilige Expertise zu Hepatitis C und Gesundheitsprävention bei Menschen mit Migrationshintergrund in einer bundesweit angelegten Hepatitis-C-Initiative. Engagierte und gut vernetzte Menschen mit Migrationshintergrund werden zu interkulturellen Gesundheitsmediator*‘innen ausgebildet. Das Wissen zu Gesundheit und Prävention geben die Mediator*innen in mehrsprachigen Informationsveranstaltungen an andere Migrant*innen z. B. in Kulturzentren und -vereinen oder Stadtteilangeboten weiter.

„Menschen mit Migrationshintergrund haben vielfältige kulturelle und soziale Unterschiede. Wichtig ist eine kultursensible Ansprache, wenn es um Gesundheit geht“, betont Ramazan Salman, Geschäftsführer des EMZ. Häufig fehlt es aber an zielgruppengerechten Zugangswegen und Informationen zu Versorgungsangeboten. „Deshalb sind interkulturelle Mediator*innen aus den entsprechenden Communities elementar. Sie sind in der Lage, kultursensibel und maßgeschneidert zu Gesundheitsrisiken und Versorgungsangeboten aufzuklären und gleichzeitig die vielfältigen Lebensrealitäten in den Blick zu nehmen“, so Ramazan Salman weiter.

Versorgungshürden erkennen und abbauen: MiMi und PLUS

Das EMZ hat 2003 das Gesundheitsprojekt „Mit Migranten für Migranten (MiMi)“ ins Leben gerufen, um Barrieren in der Gesundheitsversorgung abzubauen sowie Selbstverantwortung im Umgang mit der eigenen Gesundheit bei Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern. Über das Gesundheitsprojekt MiMi wurden bisher mehr als 3.000 Mediator*innen bundesweit ausgebildet, die ca. 13.500 Infoveranstaltungen durchgeführt haben. Aktuell ist das EMZ mit MiMi in elf Bundesländern aktiv.

Mit der PLUS-Gesundheitsinitiative Hepatitis C engagiert sich AbbVie seit 2014 für ein Leben ohne Hepatitis C. Im Fokus stehen Patientengruppen mit erhöhter Hepatitis-C-Prävalenz, z. B. Drogengebrauchende, Inhaftierte und Menschen mit Migrationshintergrund aus Ländern mit erhöhter Hepatitis-C-Prävalenz. PLUS zielt darauf ab, die regionale Gesundheitsversorgung dieser Gruppen nachhaltig und strukturell zu verbessern. Dabei gilt es, die Lebensumstände von Betroffenen umfassend zu berücksichtigen. Mittlerweile setzen sich regionale Akteure in neun PLUS-Städten für die Bekämpfung von Hepatitis C ein.

Sowohl die MiMi-Gesundheitsinitiativen als auch die PLUS-Projekte fördern den gegenseitigen Dialog und die Vernetzung der Akteur*innen vor Ort. Die Projektpartner*innen gestalten Maßnahmen, die auf den individuellen Bedarf der Zielgruppen zugeschnitten sind, zum Beispiel niedrigschwellige Tests und Versorgungsangebote, Kompetenztrainings und Informationsveranstaltungen rund um das Thema Gesundheit und Hepatitis C.

Quelle:

[1] Zimmermann R et al. Robert Koch Institut (RKI) Epidemiologisches Bulletin 2020;30/31:18-31. DOI 10.25646/6995