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Medikamentenzulassungen: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

News   •   Jun 14, 2018 14:53 CEST

Kinder benötigen passende Medikamente

Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel. Es ist acht Uhr morgens, Zeit für die Kita. Das Thermometer zeigt schon jetzt angenehme 15 Grad. Die vierjährige Lena* nimmt ihre Stoffgiraffe und stapft hinter ihrer Mutter aus der Haustür. Es ist bestes Fahrradwetter, aber Lena schaut gequält, und ihre Mama bringt sie deshalb ausnahmsweise mit dem Auto in die Kita. Um 16 Uhr geht es direkt weiter zum Kinderturnen in den Nachbarort. Lena klettert auf den Rücksitz des Autos – mühsamer als sonst, wie ihre Mutter bemerkt.

Am nächsten Nachmittag, als sie ihre Tochter wieder von der Kita abholt, nimmt eine Erzieherin sie zur Seite. Ihr sei aufgefallen, dass Lena in den letzten Wochen nicht mehr so viel Lust hat, draußen zu spielen und nicht mehr so aktiv ist wie sonst. Die Mutter kommt ins Grübeln. Denn auch beim Kinderturnen hat sie das Gefühl, dass Lena die Bewegungen in den letzten Wochen schwerer fallen. Besorgt ruft Lenas Mutter beim Kinderarzt an. Er bittet sie, direkt in die Praxis zu kommen.

Vermutung des Kinderarztes: Rheumatische Erkrankung

Mit der Giraffe im Arm sitzt Lena beim Kinderarzt auf der Behandlungsliege. Der Arzt tastet vorsichtig ihre Kniegelenke ab. Das rechte fühlt sich warm an und ist geschwollen. Er bittet sie, ein paar Schritte zu gehen. Ihm fällt auf, dass Lena leicht hinkt. Er tastet auch die Gelenke an den Fingern, den Armen und den Schultern ab. Doch diese sind weder warm noch geschwollen. Zum Schluss nimmt er Lena noch Blut ab – sie ist sehr tapfer, aber dann auch wirklich froh, als der Arzt fertig ist. Dieser hat eine Vermutung: Lena könnte eine rheumatische Erkrankung haben. Er überweist sie an die Kinderheumatologie des nahegelegenen Universitätsklinikums. Denn wenn sich sein Verdacht bestätigt, ist es wichtig, dass Lena so schnell wie möglich die passende Therapie erhält, damit die Krankheit nicht weiter voranschreitet.

Nach den Untersuchungen wird klar: Lena leidet unter der häufigsten Art der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA), der Oligoarthritis. Bei dieser Form sind ein bis vier Gelenke entzündet. Die Entzündungen treten oft nicht beidseitig auf, es ist also beispielsweise nur das rechte Knie betroffen. Die Oligoarthritis geht häufig auch mit Augenentzündungen einher, oft jedoch zunächst ohne spürbare Symptome. So haben Kinder mit einer JIA ein erhöhtes Risiko, eine chronische nicht infektiöse Uveitis anterior zu entwickeln. Dabei handelt es sich um eine chronische Entzündung in der Vorderkammer des Auges. Bleibt diese unerkannt, kann es zu Sehstörungen kommen. Regelmäßige Besuche sowohl beim Rheumatologen und beim Augenarzt sind deshalb wichtig. Im Gespräch mit den Fachärzten werden die Therapiemöglichkeiten und ein Behandlungsplan auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten angepasst. Dazu gehören auch Medikamente, die speziell für Kinder zugelassen sind.

Kinder benötigen passende Medikamente

Wenn pharmazeutische Unternehmen wie AbbVie ein neues Arzneimittel für Kinder auf den Markt bringen möchten, dann prüfen sie es vorher sorgfältig auch bei diesen Gruppen. Seit 2007 müssen sie laut Kinderarzneimittelverordnung ein pädiatrisches Prüfkonzept (PIP) vorlegen, in dem steht, wie der Wirkstoff in klinischen Studien mit Kindern getestet wird.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, daher ist es wichtig, dass die Wirkstoffe und Dosierungen an den kindlichen Körper angepasst sind“, sagt Dr. Henning Kleine, Medical Director von AbbVie Deutschland. „Immer noch werden viele Medikamente, die für Erwachsene zugelassen sind, aus Mangel an Alternativen „off-label“ bei Kindern eingesetzt. Das bedeutet, dass das Arzneimittel nicht als Therapie für Kinder untersucht und geprüft ist; das Risiko liegt dann bei den Ärzten.“ Entscheiden sie sich in Absprache mit den Eltern für das Medikament, müssen die Ärzte anhand von Gewicht, Alter und Entwicklungsstand des Kindes abschätzen, welche Dosierung sinnvoll ist. „Aus Sicherheit verschreiben Ärzte daher grundsätzlich lieber Arzneimittel, die auch die pädiatrische Zulassung haben“, betont Dr. Kleine.

Es ist also wichtig, dass für Kinder wie Lena, auch künftig weiter geforscht und untersucht wird, dass sie die richtigen Medikamente in der richtigen Zubereitung bekommen.

*Anmerkung: Lena, ihre Mutter und die Ärzte sind fiktiv. Die Krankheitsgeschichte entspricht realen Bedingungen.